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Wehrerziehung

Ab 1978 mussten Mädchen und Jungen der 9. und 10. Klasse am Wehrunterricht teilnehmen, eine Freistellung war nicht möglich, FDJ-Mitglieder mussten in Blauhemden erscheinen. Hier wurde in einem theoretischen Teil militärisches und politisches Grundlagenwissen über die NVA und die „sozialistische Landesverteidigung“ vermittelt. Wesentlicher Teil des praktischen Wehrunterrichts war ein Wehrlager für die Jungen oder ein Lehrgang für Zivilverteidigung für Mädchen sowie für Jungen, die nicht am Wehrlager teilnahmen.

Die vormilitärische Ausbildung setzte sich für alle Jugendlichen in der Berufsausbildung und an den EOS sowie im Studium fort. Die Gesellschaft für Sport und Technik (GST) trainierte nicht nur Jugendliche auf freiwilliger Basis in militärischen Sportarten, sondern war auch für einen Großteil der vormilitärischen Ausbildung für alle Jugendlichen verantwortlich.
Sport
Katarina Witt, Eiskunstläuferin

→ Hauptartikel: Sport in der DDR

Der Sport nahm eine besondere Rolle im System der DDR ein. In Kindergärten und Schulen gab es sportliche Ausbildungsprogramme. Das diente einerseits der Volksgesundheit, aber bereits hier wurde auch eine systematische Talenteschau durchgeführt mit dem Ziel, Hochleistungssportler zu gewinnen. Die Ausbildung erfolgte in besonderen Sportschulen und später in Leistungszentren. Der Sportmedizinische Dienst der DDR war ein speziell eingerichtetes medizinisches Netzwerk.

Gefördert wurde zum einen der Breitensport. Walter Ulbricht prägte den Satz: „Jedermann an jedem Ort, einmal in der Woche Sport“, bei dem später das „einmal“ durch „mehrmals“ ersetzt wurde. Im Jahr 1988 gab es z. B. 10.674 Sportgemeinschaften mit fast 3,8 Millionen Aktiven, 159.006 Schieds- und Kampfrichtern und 264.689 Übungsleitern. Es gab 330 Sportstadien und 1.220 Sportplätze. An den Kreis- und Bezirksspartakiaden nahmen 1988 insgesamt 1.064.000 Kinder und Jugendliche teil (S. 330f).[7]

Die DDR-Führung vermochte zum anderen, mit den Erfolgen im Leistungssport die Anerkennung ihres Staates in den Augen der eigenen Bevölkerung und international zu verbessern. Allein bei Olympischen Spielen errangen die DDR-Sportler 1968 in Mexiko 25 Medaillen, 1972 in München schon 66 und 1988 in Seoul 102 Medaillen. Von 1986 bis 1988 brachten sie 90 Weltmeister und 77 Europameister hervor (S. 332f).[7] Daher setzte die DDR-Führung auch gezielt Doping ein, um die Ergebnisse zu steigern, und etablierte ab 1974 unter der Bezeichnung „Staatsplanthema 14.25“ ein umfassendes Dopingsystem.
Feiertage

Siehe: Feiertage in der DDR
Gesellschaftliche Organisationen

Die überwiegende Mehrheit der DDR-Bürger im schulpflichtigen oder erwerbstätigen Alter war in einer oder mehreren dieser Organisationen Mitglied:
Briefmarke zu Ehren des 25-jährigen Bestehens der DSF

* Pionierorganisation Ernst Thälmann
* Freie Deutsche Jugend (FDJ)
* Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft (DSF) in der Liga für Völkerfreundschaft
* Deutscher Turn- und Sportbund (DTSB)
* Gesellschaft für Sport und Technik (GST)
* Volkssolidarität
* Deutscher Anglerverband (DAV)
* Akademie der Wissenschaften der DDR (AdW)
* Nationales Olympisches Komitee der DDR (NOK)
* Deutscher Fußball-Verband (DFV)
* Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina, Halle (Saale)
* URANIA – Gesellschaft zur Verbreitung wissenschaftlicher Kenntnisse
* Verband der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter (VKSK)
* Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe (VdgB)
* Kammer der Technik (KdT)
* Domowina (Bund der Sorben in der Lausitz)
* Deutsches Rotes Kreuz (DRK)
* Liga für Völkerfreundschaft
* Friedensrat der DDR
* Allgemeiner Deutscher Motorsport-Verband (ADMV)
* Nationaler Rat der DDR zur Pflege und Verbreitung des Deutschen Kulturerbes
* Verband der Freidenker, Anfang 1989 wiederbelebt
* Komitee der Antifaschistischen Widerstandskämpfer

Siehe auch
Portal
Portal: DDR – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema DDR
Literatur

* Per Ketman, Andraeas Wissmach: DDR. Ein Reisebuch in den Alltag. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Hamburg 1986, ISBN 3-499-17568-1.
* Karl-Heinz Rother: Parteiverfahren für Marx. Hier irrten Kurt Hager und andere. Dietz, Berlin 1990, ISBN 3-320-01590-7.
* Gernot Schneider: Wirtschaftswunder DDR, Anspruch und Realität, 2. Aufl. 1990, bund-Verlag, ISBN 3-7663-2190-0.
* Klaus Schroeder, Steffen Alisch: Der SED-Staat. Geschichte und Strukturen der DDR 1949–1990, Hanser, München 1998, ISBN 3-446-19311-1.
* Georg Fülberth: Berlin – Bonn – Berlin. Deutsche Geschichte seit 1945. Papyrossa, Köln 1999, ISBN 3-89438-168-X.
* Stefan Wolle: Die heile Welt der Diktatur. Alltag und Herrschaft in der DDR 1971–1989. München 1999, ISBN 3-612-26650-0.
* Siegfried Wenzel: Was war die DDR wert? Und wo ist dieser Wert geblieben? Das Neue Berlin, Berlin 2000, ISBN 3-360-00940-1
* Olaf Klenke: Ist die DDR an der Globalisierung gescheitert? Autarke Wirtschaftspolitik versus internationale Weltwirtschaft. Das Beispiel Mikroelektronik. Lang, Frankfurt am Main u. a. 2001, ISBN 3-631-38204-9
* Beate Ihme-Tuchel: Die DDR, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2002 ISBN 3-534-14733-2
* Hermann Weber: Geschichte der DDR. area Verlag, Erftstadt 2004, ISBN 3-89996-026-2 (2. Aufl. zuerst 2000)
* Stefan Wolle: DDR. Fischer, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-596-16122-3.
* André Steiner: Von Plan zu Plan. Eine Wirtschaftsgeschichte der DDR. DVA, München 2004, ISBN 3-421-05590-4
* Hermann Weber: Die DDR 1949–1990, Oldenbourg, 4. Aufl., München 2006, ISBN 3-486-57928-2.
* Heiner Timmermann: Die DDR in Europa: Zwischen Isolation und Öffnung, LIT Verlag, Berlin/Hamburg/Münster 2005, ISBN 3-8258-8884-3.
* Ulrich Mählert: Kleine Geschichte der DDR. C. H. Beck, 5. Aufl., München 2007, ISBN 3-406-47550-7.
* Christian Härtel, Petra Kabus (Herausgeber): Das Westpaket – Geschenksendung, keine Handelsware. 2. Auflage, Christoph Links Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-86153-221-2.
* Inga Markovits: Gerechtigkeit in Lüritz – Eine ostdeutsche Rechtsgeschichte. Verlag C. H. Beck, München 2006, ISBN 3-406-55054-1.
* Deutsches Kulturforum östliches Europa e.V. (Hrsg.): Geschichte als Tabu. Die DDR und die Geschichte der Deutschen im östlichen Europa. Dokumentation des Potsdamer Forums vom 25. April 2002 im Alten Rathaus Potsdam, Potsdam 2003, ISBN 978-3-936168-04-4.
* Jean-Paul Cahn, Ulrich Pfeil (Hg.): Allemagne 1945–1961. De la «catastrophe» à la construction du Mur, Villeneuve d’Ascq, Septentrion, 2008, 250 Seiten, ISBN 978-2-7574-0056-2.
* Jean-Paul Cahn, Ulrich Pfeil (Hg.): Allemagne 1961–1974. De la construction du Mur à l’Ostpolitik, Villeneuve d’Ascq, Septentrion, 2009, 402 Seiten, ISBN 978-2-7574-0107-1.
* Jean-Paul Cahn, Ulrich Pfeil (Hg.): Allemagne 1974–1990. De l’Ostpolitik à l’unification, Villeneuve d’Ascq, Septentrion, 2009, 329 Seiten, ISBN 978-2-7574-0107-1.

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