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Deutsche Demokratische Republik
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Disambig-dark.svg Dieser Artikel befasst sich mit der Deutschen Demokratischen Republik. Zu weiteren Bedeutungen der Abkürzung „DDR“ siehe DDR (Begriffsklärung).
Deutsche Demokratische Republik
Flagge der DDR
Staatswappen der DDR
Flagge Wappen
Amtssprache Deutsch
Hauptstadt Berlin (gemäß Verfassung, aber entgegen alliierter Vereinbarung; faktisch: Ost-Berlin[1])
Staatsform Volksrepublik[2]
Regierungsform Realsozialistische Einparteiendiktatur[3][4]
Staatsoberhaupt Vorsitzender des Staatsrates[5]
Regierungschef Vorsitzender des Ministerrates[6]
Fläche 108.179 km²
Einwohnerzahl 16,675 Millionen (1988)[7]
Bevölkerungsdichte 154 Einwohner pro km²
Währung 19491964: Deutsche Mark
19641967: Mark der Deutschen Notenbank
19671990: Mark der DDR
(drei Namen, aber dieselbe Währung)
nach der Währungsunion 1990: Deutsche Mark
Unabhängigkeit 7. Oktober 1949 3. Oktober 1990[8][9]
Nationalhymne Auferstanden aus Ruinen
Zeitzone UTC +01:00
Kfz-Kennzeichen bis Ende 1973: D, danach: DDR
Internet-TLD .dd (niemals delegiert)
Telefonvorwahl +37 (nicht mehr gültig; +37x an mehrere Staaten neu vergeben)
DDR-Europe.png
Die Deutsche Demokratische Republik (DDR) war ein zentralistisch regierter realsozialistischer Staat in Mitteleuropa. Er bestand von 1949 bis 1990.
Die Gründung der DDR am 7. Oktober 1949 auf dem Gebiet der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) erfolgte vier Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges auf Betreiben der Sowjetunion, nachdem zuvor mit Unterstützung der drei West-Alliierten auf dem Gebiet ihrer Besatzungszonen (Trizone) die Bundesrepublik Deutschland gegründet worden war.
Der Aufbau der DDR wurde maßgeblich durch die Gruppe Ulbricht bestimmt, welche die Rückendeckung Josef Stalins hatte. Im staatlichen Selbstverständnis nach 1952 wurde die DDR als erster deutscher „sozialistischer Staat der Arbeiter und Bauern“ charakterisiert, Wahlen dienten der Legitimation der SED, waren aber von Beginn an manipuliert.[10] Mit der Verwaltungsreform von 1952 wurden anfänglich enthaltene föderale Elemente im Staatsaufbau aufgegeben.[11] Der „Aufbau des Sozialismus“ nach den Vorgaben der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands als „marxistisch-leninistischer Partei der Arbeiterklasse“ wurde zunehmend autoritär und zentralistisch durchgeführt.
Die friedliche Revolution[12] 1989/90 markierte das wirtschaftliche und politische Scheitern der DDR. Die 1990 erstmals frei gewählte Volkskammer beschloss die Wiederherstellung von ostdeutschen Ländern und den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland als einen Akt der Selbstbestimmung.[13] Die Existenz der DDR wurde damit zum 3. Oktober 1990 mit der Deutschen Wiedervereinigung beendet.
Inhaltsverzeichnis
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* 1 Geografie
* 2 Bevölkerung
o 2.1 Einwohner
o 2.2 Sprachen
o 2.3 Religion
* 3 Staatssymbole
* 4 Geschichte
o 4.1 Entstehungsphase und Bau der Berliner Mauer
o 4.2 Entwicklungstendenzen ab 1961
o 4.3 Politische Wende und Beitritt zur Bundesrepublik (1989/1990)
* 5 Politik
o 5.1 Verfassung
o 5.2 Rechtssystem
o 5.3 Parteien und Massenorganisationen
o 5.4 Öffentlichkeit und politische Auseinandersetzungen
o 5.5 Politische Opposition und Widerstand
o 5.6 Außen- und Entwicklungspolitik
o 5.7 Beziehungen zur Bundesrepublik Deutschland
o 5.8 Sicherheitspolitik
+ 5.8.1 Sowjetische Streitkräfte in der DDR
+ 5.8.2 Nationale Volksarmee
+ 5.8.3 Grenztruppen
+ 5.8.4 Weitere Sicherheitskräfte
o 5.9 Frauen- und Familienpolitik
* 6 Verwaltungsgliederung
* 7 Wirtschaft
o 7.1 Produktion
o 7.2 Einkommen und Konsum
o 7.3 Gescheiterte Wirtschaftsreformen
o 7.4 Arbeits- und Sozialrecht
o 7.5 Außenhandel
o 7.6 Technik und Wissenschaft
* 8 Kultur, Bildung, Sport
o 8.1 Kultur
+ 8.1.1 Jugendkulturen
o 8.2 Bildungswesen
o 8.3 Sport
o 8.4 Feiertage
o 8.5 Gesellschaftliche Organisationen
* 9 Siehe auch
* 10 Literatur
* 11 Weblinks
* 12 Einzelnachweise
Geografie
Die Bezirke der DDR (Grenzen und Bezeichnungen aus DDR-Sicht, 1989)
Das Staatsgebiet der DDR bestand aus den heutigen deutschen Ländern Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie dem Amt Neuhaus in Niedersachsen. Die Verfassung der DDR erklärte Berlin (faktisch Ost-Berlin) zur Hauptstadt der DDR. Dies verstieß gegen die Vereinbarung der Alliierten auf der Jalta-Konferenz, nach der Berlin eine Viersektorenstadt war, die zu keiner der Besatzungszonen gehörte auch nicht teilweise. Es wurde jedoch von den Westmächten de facto geduldet. Die diesbezügliche Problematik ist auch als Berlin-Frage bekannt.
Die DDR grenzte im Norden an die Ostsee mit einer Seegrenze zu Dänemark, im Osten an die Volksrepublik Polen mit der Oder-Neiße-Grenze und im Süden an die damalige Tschechoslowakische Sozialistische Republik (ČSSR). Im Westen grenzte die DDR mit der damaligen innerdeutschen Grenze an die Bundesrepublik Deutschland. West-Berlin lag als Enklave inmitten der DDR. Der nördlichste Punkt der DDR war Gell-Ort nordwestlich von Kap Arkona auf der Insel Rügen. Der südlichste Punkt lag in der Nähe von Bad Brambach im Vogtland. Der westlichste lag in der Nähe des von den Amerikanern so benannten Point Alpha in der Rhön. Der östlichste Punkt war Zentendorf zwischen Rothenburg und Görlitz.
Der Norden und die Mitte des Gebiets der DDR sind Teil der Norddeutschen Tiefebene. Charakteristisch für den Norden sind eiszeitlich geformte Moränenlandschaften und zahlreiche Seen (Mecklenburgische Seenplatte). Südlich davon erstrecken sich Hügelländer, in welche große Tieflandsbuchten (Leipziger Tieflandsbucht, Thüringer Becken) hineinragen. Der Süden wird von Mittelgebirgen eingenommen (Harz, Thüringer Wald, Rhön, Erzgebirge, Elbsandsteingebirge, Sächsische Schweiz, Lausitzer Bergland, Zittauer Gebirge). Die höchsten Berge sind der Fichtelberg mit 1214 m, gefolgt von Brocken (1142 m) und Großem Beerberg (983 m). Der größte See ist die Müritz in der Mecklenburgischen Seenplatte. Weitere große Seen sind der Schweriner See und der Malchiner See. Als wichtige Flüsse durchfließen Elbe, Saale, Oder, Havel, Mulde, Lausitzer Neiße, Spree, Ilm, Peene, Unstrut, Warnow, Werra und Weiße Elster das Gebiet. Als Inseln in der Ostsee sind neben Rügen vor allem Usedom, Poel, Hiddensee und die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst zu nennen.